Neues aus dem Rathaus: Gemeinde Schlier

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Start für den Ausbau des „Lebensnetzes“

Autor: Jennifer Roth
Artikel vom 14.02.2019

Start für den Ausbau des „Lebensnetzes“

Wangen ist beim Modellprojekt Biotopverbund mit dabei – Arbeiten am Schlauchenweiher beginnen

Wangen, Ravensburg, Leutkirch und Schlier wollen und sollen Vorreiter beim Ausbau der grünen Infrastruktur im Landkreis werden. Das ist beim Spatenstich zum Modellprojekt Biotopverbund Ravensburg am Schlauchenweiher in Wangen deutlich geworden. Dort und in den drei anderen Kommunen geht es darum, natürliche Lebensräume zu erhalten und auszubauen. Den Schlauchenweiher gibt es in dieser Form bereits seit fast 40 Jahren. Seinerzeit als Ausgleichsfläche geplant, hatten die hiesigen Nabu- Mitglieder Georg Heine und Gerhard Lang das Gewässer nahe des Stadtrands in Eigenregie entstehen lassen. Seither von mehreren Privatleuten beziehungsweise Vereinen und Organisationen gepflegt, droht der Weiher dennoch zu verlanden. Neuer Lebensraum für Amphibien Dem soll jetzt mit Hilfe der Aufnahme in das von der Heinz-Sielmann- Stiftung initiierte Modellprojekt entgegen gewirkt werden. Konkret passiert auf der Freifläche zwischen Kernstadt und Humbrechts Folgendes: In einem ersten Schritt plant die Stiftung eine wasserbauliche Aufwertung in Form von zwei fischfreien Kleingewässern und einem Schlammfangbecken im Bereich des Zulaufs. Die Gewässer dienen demnach als neuer Lebensraum für Amphibien, vorwiegend für den artenrechtlich geschützten Kammmolch,der am Nieratzer Bach ein noch stabiles Vorkommen aufweist. Den Bach selbst will die Stiftung durch den Einbau mehrerer entsprechender Bretter anstauen, um die angrenzende, stadteigene Grünfläche sich langfristig in ein Feuchtwiesenund Nassbiotop entwickeln zu lassen. Zudem soll ein weiteres Gewässer für Amphibien und Libellen am Waldrand, etwa 200 Meter oberhalb des Schlauchenweihers, angelegt werden. Und auch der Mönch, de dem Ablassen des Wassers im Winter dient, wird genäß der Pläne saniert oder neu gebaut. Die Heinz-Sielmann-Stiftung hofft in der Summe auf das Entstehen eines „Mosaiks aus verschiedenen Feucht- und Wasserlebensräumen“, das das Leben von Amphibien, Libellen, Vögeln und anderen Tierarten fördert. Dass dieses Ziel bei allen Beteiligten unumstritten ist, wurde beim offiziellen Baubeginn am Montagnachmittag vor Ort deutlich. Umweltstaatssekretär Andre Baumann sprach von einer landesweit „großen Aufgabe“. Dabei übernehme das Land Verantwortung, und deshalb fördere es das Modellprojekt im Landkreis mit 900.000 Euro. Weitere 100.000 Euro stellt die Heinz-Sielmann-Stiftung bereit. Baumann hofft, dass die vier geplanten Projekte im Landkreis Ravensburg mithelfen, „das Netz des Lebens“ zu verknüpfen. Gäbe es „Zebrastreifen für Tiere und Pflanzen“ nicht, drohe weiteres (Aus-)sterben beziehungsweise Inzucht. Überdies wolle das Land vom Modellprojekt im Landkreis Ravensburg für Maßnahmen andernorts lernen. Entsprechend zeigte sich Landrat Harald Sievers „ein bisschen stolz“ – nicht nur wegen des aktuellen Spatenstichs. Denn im Landkreis gebe es rund 1400 Landschaftsverträge – nach seinen Angaben sind das die Hälfte aller im Regierungspräsidium Tübingen vorhandenen. Für das Frühjahr kündigte Sievers den Umsetzungsstart der für den Kreis ins Lebens gerufenen Biodiversitätsstrategie an – und kam zu der selbstbewussten Aufforderung: „Nachmachen, so wie wir es machen, ist gerne erlaubt“. „Verbesserungen für die Natur!"

Wangens OB Michael Lang betonte neben dem bisherigen pflegerischen Einsatz von Privaten für den Schlauchenweiher auch dessen Wirkung auf die Öffentlichkeit: Nur 300 Meter vom Beginn der Kernstadt und 400 Meter vom größten Wangener Seniorenheim St. Vinzenz entfernt in einem Naherholungsgebiet gelegen, seien die Bauarbeiten am Weiher „umso mehr eine Chance zu zeigen, dass wir etwas für die Natur übrig haben“. Als entsprechender Beleg diene auch die Landesgartenschau, die „ganz viel mit Verbesserungen für die Natur zu tun hat“.

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