Neues aus dem Rathaus: Gemeinde Schlier

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Ferienprogrammpunkt „Meine Gemeinde – mein Zuhause“

Autor: Jennifer Roth
Artikel vom 15.08.2018

Am Mittwoch, dem 08.08.2018, machten sich 14 Kinder im Alter von 6-12 Jahren auf, um mit der Bürgermeisterin Frau Katja Liebmann die kommunalen Einrichtungen Wasserversorgung, Kläranlage sowie das Rathaus zu besuchen.

Mit zwei Autos fuhren wir zum Arteserbrunnen sowie zum Hochbehälter nach Mühlenreute, wo Wassermeister Matthias Clauß den sehr interessierten Kindern die Wasserversorgung der Gemeinde Schlier erklärte. Bereits bei der Einfahrt zum Arteserbrunnen fiel den Kindern auf, dass das Gelände mit einem hohen Zaun und einem Tor gesichert ist. Da stellte sich natürlich die Frage, warum das Wasserhäuschen in der Nähe von Mühlenreute so gesichert ist wie ein Hochsicherheitstrakt in einem Gefängnis. Die Quellfassung des artesischen Brunnens ist deshalb so gesichert, dass kein Unbefugter Zutritt nehmen kann. Die Haussicherung erfolgt zudem über eine Alarmanlage. Denn was so streng bewacht wird, ist ein kostbarers Gut: die Trinkwasserversorgung von Schlier.

Ende der 50er Jahre machte man hier nämlich eine ganz besondere Entdeckung. Da man dem steigenden Wasserverbrauch durch die wachsende Bevölkerung Rechnung tragen wollte, wurde neben der schon bestehenden Wasserversorgung ein weiterer Brunnen gebohrt. Groß war die Überraschung, als aus der Tiefe wie aus einer Ölquelle plötzlich meterhoch das Wasser schoss und damit die Bedingungen für einen sogenannten artesischen Brunnen gegeben waren. Ein artesischer Brunnen (benannt nach der französischen Landschaft Artois, in der 1126 zum ersten Mal eine solche Anlage geschaffen wurde) ist ein Brunnen in einer Senke, in der das Grundwasser durch eine besondere geologische Erdschichtung unter Druck steht. Dieser Druck ist so hoch, dass das Wasser von selbst, das heißt ohne Pumpen, bis zur Erdoberfläche oder höher aufsteigt.

Durch Rohre gezähmt, sprudelten in Schlier zu Beginn etwa 90 Liter in der Sekunde heraus, inzwischen sind es durch eine Verjüngung der Rohre noch 40 Liter pro Sekunde. Das Wasser kommt glasklar aus der Erde, gebremst mit einer Kunststoffhaube, die verhindert, dass das Wasser meterhoch spitzt.

 „Unser Wasser wird nicht aufbereitet“, erklärte Herr Clauß, der Wassermeister. Ungefiltert und ohne Zusatz von Chlor hat das reine Wasser eine Spitzenqualität. Jedes Kind durfte daraufhin einen frisch geschöpften Becher Wasser aus dem Brunnen trinken und es wurde bestätigt, dass das Wasser sehr gut schmeckt und man eigentlich gar kein Wasser abgefüllt in Flaschen im Lebensmittelhandel kaufen müsse, wenn man das Wasser eigentlich auch direkt aus dem Wasserhahn trinken kann. Ein Kind sagte, dass er froh sei in Schlier zu wohnen mit dem tollen Wasser aus dem Brunnen und nicht in Stuttgart, da die Bürger dort das Wasser aus dem Bodensee bekommen.

Die Ferienprogrammteilnehmer fragten unseren Wassermeister tatsächlich Löcher in den Bauch, aber nach rund 1 Stunde machten wir uns auf zu einer anderen kommunalen Einrichtung: der Kläranlage im Lauratal.

Auf dem Weg dahin wurden die Befürchtungen einiger Kinder schon kundgetan: „da stinkt es doch bestimmt ekelhaft“ ….und sie wurden nicht „enttäuscht“. Denn wohin geht das Wasser aus der Toilette?

Seit der Gründung des "Abwasserzweckverbandes Grünkraut/Schlier" am 13. Januar 1969 reinigen die Gemeinden Grünkraut und Schlier ihre Abwässer gemeinsam auf der Kläranlage im Lauratal.

Der Klärwärter der Gemeinde Schlier, Herr Kreh erklärte den Kindern, dass das Abwasser durch lange Wasserrohre bis zur Kläranlage geleitet wird. Es enthält Kot, Urin, Toilettenpapier, Essensreste, Sand, Kies, Glassplitter, Öl, Plastik und viele andere Schmutzteilchen.

In der Kläranlage wird das Abwasser durch ein ausgeklügeltes System gereinigt. Grober Dreck wie Toilettenpapier wird mit einer Art Rechen abgefangen. Feinere Teilchen, wie Glassplitter, Kies und Sand, fließen langsam durch einen Sandfang und setzen sich dort auf dem Boden ab.

Danach fließt das Abwasser durch ein Vorklärbecken – und zwar noch langsamer. Dort sinken Teilchen, die kleiner sind als ein Sandkorn, auf den Grund. Öle, Fette und Plastikteilchen dagegen schwimmen oben auf dem Wasser und werden dort abgeschöpft.

Im nächsten Klärbecken fressen Kleinstlebewesen – Bakterien und Pilze – weitere Schmutzstoffe auf. Die klitzekleinen Lebewesen möchten wir allerdings nicht im Trinkwasser wiederfinden. Deswegen lässt man sie im nächsten Becken absinken, dem sogenannten Nachklärbecken. Nach all diesen Prozessstufen ist das Wasser so sauber, dass es anschließend in die Scherzach und damit zurück in den Wasserkreislauf geleitet werden kann.

Auch hier wurden wieder viele Fragen gestellt; ein Kind fragte bspw. Herrn Kreh wieviel Kilogramm Kot ein Mensch im Jahr verursacht, das konnten wir leider nicht beantworten…

Nach der Kläranlage ging es wieder zurück zum Rathaus, wo sich erst einmal alle Kinder mit einem Eis und Getränken stärken konnten. Anschließend folgte noch eine kurze Rathausführung und es konnten noch Fragen an die Bürgermeisterin gestellt werden, bevor die Kinder von Ihren Eltern wieder abgeholt wurden.