Gemeinde Schlier (Druckversion)

Hochwasser Risikomanagement Baden - Württemberg

Hochwasser? Die eigene Gefährdung erkennen

Hochwasser kann jeden treffen. Während sich die Hochwassergefahr im Uferbereich von Gewässern leicht erschließen lässt, ist dies im Hinterland von technischen Hochwasserschutzanlagen nicht unbedingt der Fall. Aber auch hier kann durch ein Hochwasser, das den Schutzgrad der Anlage übersteigt, eine Gefahr bestehen. Und sogar fernab der Gewässer kann es beispielsweise durch Starkregen zu Überflutungen kommen. Treffen Sie daher ausreichende Maßnahmen zur Eigenvorsorge und informieren Sie sich rechtzeitig.

Die Hochwassergefahrenkarten in Baden-Württemberg bieten Ihnen Informationen zu den von Oberflächengewässern ausgehenden Überflutungsgefahren. Für unterschiedlich häufig auftretende Hochwasser informieren sie darüber, wie tief und an welchen Orten das Wasser steht. Eine aufmerksame Studie der Hochwassergefahrenkarten kann Ihnen Aufschlüsse darüber geben, wie groß Ihre Gefährdung ist. Die Karten können Sie bei Ihrer Kommune/Ihrem Landkreis oder im Internet einsehen unter  www.hochwasserbw.de (unter dem Stichwort „Hochwassergefahrenkarten“ suchen).

Warnungen und Vorhersagen

Wenn ein Hochwasser droht, kann jede zusätzliche Minute an Vorbereitungen entscheidend sein und unter Umständen Leben retten. Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen, informieren Sie Mitbewohner und Nachbarn:

Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg

  • www.hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de
  • Mobil: www.hochwasserzentralen.info/mobile/bw.html
  • Kontakt per Mail: hvz(a)lubw.bwl.de
  • Kontakt per Telefon bei Hochwasser: Telefonnummer: 0721 9804-0

Wetterwarnungen

Videotext

  • Südwest-Text, im Hochwasserfall stündlich aktualisierte Wasserstände von ausgewählten Pegeln (inkl. Vorhersage und Tendenzangaben):
  • 800 Allgemeine Übersicht Hochwasser
  • 805 Oberrheingebiet
  • 806 Neckargebiet
  • 807 Main/Taubergebiet
  • 808 Donaugebiet
  • 809 Lagebericht

Telefonansage

  • Dialoggesteuert, Wasserstände für HVZ-Pegel (inkl. Tendenz), aktueller Lagebericht Telefonnummer: 0721 9204-61,-62, -63, -64, -65

Rundfunk

  • SWR1/SWR4 Baden-Württemberg (Lageberichte und Informationen zu den wichtigsten Pegeln nach Bedarf im Anschluss an die Nachrichten)
 

Weiterführende Informationen

Hochwasserrisikomanagement in Baden Württemberg

Zentrales Internetportal zur Hochwasserstrategie des Landes Baden-Württemberg. Links zu Kartendiensten und Publikationen des Landes zum Thema Hochwasser. www.hochwasserbw.de

 

Service BW – Lebenslage „Umwelt- und Naturgefahren“ www.service-bw.de

 

Land unter… Schäden durch Überschwemmung – richtig vorbeugen und versichern

Flyer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Download und Bestellung unter: www.gdv.de

 

Hochwasserschutzmaßnahmen zur Eigenvorsorge – Rechtzeitig vorbereitet sein

Ein Hochwasser kann hohe finanzielle Schäden an Ihrem Heim verursachen und im Extremfall Lebensgefahr für Sie und Ihre Umgebung bedeuten. Eine gründliche Vorsorge durch die richtigen Maßnahmen kann Sie vor dem finanziellen Totalschaden und der Gefährdung Ihres Lebens bewahren. Gemäß Wasserhaushaltsgesetz (§5 Abs. 2 WHG) ist jede Person dazu verpflichtet, Maßnahmen zur Eigenvorsorge für den Fall eines Hochwassers zu treffen.

Grundlegenden Schutz vor den finanziellen Folgen einer Überflutung bietet Ihnen eine Elementarschadenversicherung. Diese wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung oder bereits inklusive angeboten. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung über diese Möglichkeit.

Maßnahmen zur Eigenvorsorge

  • Entwickeln Sie Ihren persönlichen Notfallplan „Hochwasser“ zur Sicherung der Menschen, Tiere und Sachwerte in Ihrem Haushalt. Der Schutz von Menschenleben hat oberste Priorität! Daher müssen Sie bei drohendem Hochwasser alle Vorkehrungen treffen, um notfalls schnell das Haus verlassen zu können. Bringen Sie rechtzeitig vor dem Eintreten des Hochwassers Kinder, Kranke und Senioren in Sicherheit. Denken Sie auch an Ihre Haustiere. Prüfen Sie Ihre Vorräte für den Ernstfall und halten Sie Notfallgepäck bereit.
  • Die frühzeitige Wahrnehmung eines kommenden Hochwassers gibt Ihnen mehr Zeit für Ihre Vorbereitungen auf das Ereignis. Im Ernstfall kann jede Minute zählen! Aktuelle Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen erhalten Sie im Internet, in Videotexttafeln und im Rundfunk. Heutzutage ist eine Hochwasserfrühwarnung über mehrere Tage und eine –vorhersage über mehrere Stunden möglich.
  • Achten Sie bei hochwassergefährdeten Stockwerken und Gebäudeteilen auf eine angepasste Nutzung. Lagern Sie dort keine wertvollen Gegenstände wie Computer oder Fernseher.
  • Informieren Sie sich, wie Sie Ihr Haus/Ihre Wohnung gegen Wasser schützen können (z.B. Sandsäcke oder mobile Schutzelemente für Fenster und Türen) und beschaffen Sie sich die erforderlichen Materialien. Gebrauchsfertige Schutzeinrichtungen werden von verschiedenen Firmen angeboten.
  • Schützen Sie Ihr Gebäude gegen Rückstau aus der Kanalisation (Rückstauklappe). Ohne diese Sicherung droht Oberflächenwasser bzw. Abflusswasser von Sanitäranlagen in Ihren Keller zu strömen.
  • Sichern Sie Ihren Heizöltank gegen Aufschwimmen. Austretendes Öl kann zu nachhaltigen Schäden an einem Gebäude und seiner Inneneinrichtung führen und folgenschwere Umweltverschmutzungen verursachen, für deren Kosten Sie herangezogen werden können.
  • Stellen Sie sicher: Jeder Bach und Fluss in der Nähe Ihres Besitzes muss ohne Beeinträchtigungen fließen können. Benachrichtigen Sie bei Aufstauungen oder Erosionserscheinungen den jeweils Zuständigen (in der Regel die Kommune).
 

Das Notfallgepäck

Das Notfallgepäck hilft die Zeit zu überbrücken, bis man in seine Wohnung zurückkehren kann:

  • Erste-Hilfe Material
  • Persönliche Medikamente
  • Wichtige persönliche Dokumente (wasserdicht verpackt)
  • Hygieneartikel (z.B. Zahnbürste und –pasta, Seife, Toilettenpapier, Feuchttücher)
  • Verpflegung für zwei Tage in staubdichter Verpackung
  • Wasserflasche
  • Essgeschirr und – besteck
  • Dosenöffner
  • Ladekabel oder Ersatzakku für Ihr Mobiltelefon
  • Rundfunkgerät mit UKW und Mittelwelle – für Batteriebetrieb geeignet – mit Reservebatterien
  • Taschenlampe mit Reservebatterien
  • Schlafsack oder Decke, evtl. Isoliermatte
  • Wechselkleidung
 

Weiterführende Informationen

Hochwasserrisikomanagement in Baden Württemberg

Zentrales Internetportal zur Hochwasserstrategie des Landes Baden-Württemberg. Links zu Kartendiensten und Publikationen des Landes zum Thema Hochwasser. www.hochwasserbw.de

Service BW – Lebenslage „Umwelt- und Naturgefahren“ www.service-bw.de

Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge

Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2013 www.bmvi.de  (unter dem Stichwort „Hochwasserschutzfibel“ suchen)

   

Maßnahmen im akuten Hochwasserfall

Beim Auftreten eines Hochwassers sind die richtigen Vorbereitungen von entscheidender Bedeutung. Das ständige Verfolgen der aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen sollte stets der erste Schritt sein. Auf Basis der Vorhersagen können Sie Ihre weiteren Vorbereitungen planen. Bedenken Sie dabei immerzu, dass der Schutz von Menschenleben absolute Priorität vor dem Schutz von Sachwerten hat.

Bei drohendem Hochwasser

  • Bereiten Sie ein Notfallgepäck vor.
  • Legen Sie einen größeren Vorrat mit sauberem Trinkwasser an (z.B. in Badewanne, Waschbecken, Eimern, Töpfen). Es besteht die Möglichkeit eines längeren Ausfalls der Wasserversorgung.
  • Laden Sie Ihr Mobiltelefon und halten Sie das Ladekabel oder einen Ersatz-Akku bereit. Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio mit Ersatzbatterien oder Kurbelradio bereit.
  • Entfernen Sie Fahrzeuge aus gefährdeten Gebieten und parken Sie diese auf Anhöhen bzw. ungefährdeten Gebieten.
  • Räumen Sie früh genug hochwassergefährdete Räume aus. Priorität haben elektrische Gegenstände und Gegenstände mit ideellem Wert. Eine weitere Möglichkeit ist das Hochbocken: Auf je zwei Böcke (am besten Metallböcke) werden dicke Bretter gelegt und darauf die Möbel gestellt.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Strom und die Heizung in überflutungsgefährdeten Räumen abgeschaltet sind (Stromschlaggefahr!). Drehen Sie die Haupthähne für Gas und Wasser ab. Schließen Sie vorhandene Wassereinläufe und Rückstauklappen im Keller.
  • Kontrollieren Sie Ihren Öltank (sofern vorhanden). Droht dieser aufzuschwimmen, füllen Sie den Tank mit sauberem Wasser, um die nötige Gewichtskraft zu erzeugen. Die Kosten für die Trennung des Heizöls und Wassers stehen in keinem Verhältnis zu den entstehenden Schäden durch ausgelaufenes Öl und werden in der Regel vom Versicherer ersetzt.
  • Lagern Sie gefährliche Stoffe oder Chemikalien aus (z.B. Lacke, Farben, Pflanzenschutzmittel)
  • Dichten Sie gefährdete Türen, Fenster und Abflussöffnungen ab. Zum Abdichten von Räumen können Sie Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon verwenden.
  • Bauen Sie Wasserbarrieren mit Sandsäcken oder alternativ mit Müllsäcken. Befüllen Sie die Säcke maximal 2/3 voll und schlagen Sie die Öffnungen beim Stapeln einfach um. Stapeln sie die Sandsäcke im dichten Verbund ähnlich wie eine Ziegelmauer.
  • Um Schäden durch Verschlammung an Ihrem Gebäude zu vermeiden, kann eine kontrollierte Flutung von Räumen mit sauberem Wasser sinnvoll sein.

Verhalten im Hochwasserfall

  • Bewahren Sie Ruhe. Handeln Sie überlegt.
  • Der Schutz von Menschenleben hat oberste Priorität! Machen Sie sich bewusst, dass die Menschenrettung Vorrang vor dem Erhalt von Sachwerten hat! Bringen Sie rechtzeitig Kinder, Kranke und Senioren aus der Gefahrenzone in Sicherheit!
  • Befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte.
  • Beachten Sie bei Notrufen an die Feuerwehr, dass im Hochwasserfall zahllose Notrufe eingehen. Überlegen Sie, ob der Notruf tatsächlich notwendig ist oder ob eine Problemlage nicht durch nachbarschaftliche Hilfe gelöst werden kann.
  • Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgarage. Es besteht die Gefahr von Ertrinken und Stromschlag!
  • Vermeiden Sie den Wasserkontakt. Das Wasser kann stark verunreinigt sein.
  • Das Hochwasser fließt oft mit hohen Geschwindigkeiten – halten Sie Abstand!
  • Betreten Sie keine Uferbereiche auf Grund der Überspülungs- und Abbruchsgefahr.
  • Befahren Sie keine überfluteten Straßen. Starke Strömung kann das Auto mitreißen. Dringt Wasser in den Motorraum, droht ein Totalschaden.
  • Fahren Sie auf Hochwasser führenden Gewässern nicht unnötig mit einem Privatboot. Es besteht die Gefahr der Wellenbildung und von Unterwasserhindernissen.
  • Informieren Sie bei austretenden Schadstoffen oder Gasgeruch umgehend die Feuerwehr bzw. den Versorgungsbetrieb.
  • Warten Sie mit dem Auspumpen des Wassers im Keller, bis das Hochwasser komplett abgelaufen ist. Andernfalls drohen auf Grund des fehlenden Gegendrucks dauerhafte Beschädigungen am Mauerwerk, eine Beeinträchtigung der Standfestigkeit des Gebäudes oder dessen Aufschwimmen.

Notfallnummern

  • Feuerwehr, Rettungsdienst - Telefonnummer: 112
  • Polizei - Telefonnummer: 110
  • Behördenrufnummer - Telefonnummer: 115
  • Giftnotruf Baden - Württemberg - Telefonnummer: 0761 19240

Benutzen Sie nur in Notfällen die Notfallnummern. Bei großen Hochwassern sind die Rufnummern oft überlastet. Die Einsatzleitung koordiniert die Hilfe nach Dringlichkeit.

 

Weiterführende Informationen

Hochwasserrisikomanagement in Baden Württemberg
Zentrales Internetportal zur Hochwasserstrategie des Landes Baden-Württemberg. Links zu Kartendiensten und Publikationen des Landes zum Thema Hochwasser. www.hochwasserbw.de

Service BW – Lebenslage „Umwelt- und Naturgefahren“ www.service-bw.de

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Herausgeber: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 2013. Download und Bestellen unter: www.bbk.bund.de

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